Fleisch essen. Das ist so ein Thema bei dem ich das Gefühl habe, die Menschen werden wild. Es berührt etwas so urkräftliches. Ich sehe wie sich manche Menschen (hauptsächlich Männer) an den fleischjagenden und fleischessenden Neanderthaler klammern. Andere wiederum schwören nur noch davon, das der neue Lebensstil vegetarisch oder vegan sein MUSS. Was mich betrifft, esse ich nur sehr wenig Fleisch, aus ökologischen und ethischen Gründen aka Massentierhaltung, Wasserverschmutzung, qualvolles Schlachten, usw... Was ich jetzt bloggen werde, betrifft nur mich, meine persönliche Meinung und was ich für mich in Ordnung ist. Dies kann bestritten und anders argumentiert werden, denn das ist für mich auch in Ordnung.
Ich esse sehr gerne Fleisch, aber prinzipiell habe ich etwas dagegen Fleisch zu essen, was nicht fliehen konnte. Das heißt, wenn ich Fleisch kaufe, dann meistens nur Wild. Mit dem Fisch ist das genauso. Ich lebe nicht sehr weit vom Meer entfernt. Frischen Fisch kann ich also täglich bekommen. Deswegen kaufen wir immer frischen Fisch, und keinen Zuchtfisch, wie es immer häufiger für Lachse und sogar Sardinen wird. Aber auch das wird immer seltener. Die Väter meiner Kinder bestehen darauf das ihre Söhne Fleisch essen. Weswegen ich keinen Terror an der Schule und bei der Tagesmutter gemacht habe, damit sie vegetarisch essen. Es war schon im Vorhinein sehr kompliziert, damit der kleine Kater ein laktose-freies Essen serviert bekommt. Wenn ich jetzt auch noch ein vegetarisches Essen verlangen würde, würde ich das Jugendamt von der Schule auf den Hals gehetzt bekommen.
In Frankreich ist es Pflicht das Kindern die "öffentlich" empfangen werden, täglich Fleisch oder Fisch essen. Das heißt, das in der Kantine sowie bei der Tagesmutter, beide Kinder tierische Proteine zu essen bekommen. *seufz*
Die Kinder essen also Fleisch. Aber ich wollte, das den Kindern bewusst ist, was sie essen. So haben sie mehrmals beim traditionellen Schafschlachten des Aid El Kebir (OK, der Papa vom kleinen Kater ist Moslem, das hilft!) zugeschaut. Sie wissen also das das Fleisch zuvor ein lebendes Tier war, und nicht nur eine Verpackung aus dem Supermarkt. Wie oft ist es mir, als ich in Marokko lebte, passiert das die liebe Schwiegermama mich bat, ein Huhn vom Markt zu holen und ich ein lebendes Tier bei einem Händler kaufte und zum nächsten Laden zum schlachten brachten. Ich weiß noch wie ich lange ein fertig gerupftes Hähnchen auf dem Markt gesucht habe und ich deswegen ausgelacht wurde. Back to the essentials. Es schien, mein Konsumkomfort ließ mich meine Jugendjahre vergessen, denn als Teenager hatte ich auch oft in der Metzgerei der Eltern meiner damaligen besten Freundin, nachmittags ausgeholfen habe. Dort habe ich gelernt, ein Huhn zu töten, zu rupfen und zu entleeren. Stundenlang habe ich die Anatomie von geschossenen Hirschen und Wildschweinen beobachtet und fand das faszinierend.
Heute aber ist mir bewusst, ja ich "kann" praktisch ein Tier selbst schlachten und in essen umwandeln (Lust dazu habe ich nicht unbedingt). Was nicht viele Mitmenschen können, denn es ist ja soviel einfacher ein fertig verpacktes Stück Fleisch im Supermarkt zum Schnäppchenpreis zu ergattern, ohne zu wissen wie das lebende Tier aussieht. Eine Freundin von mir dachte doch wirklich, das Würstchen Innereien eines Tieres seien. Ja vielleicht findet man ja Würstchen entlang der Knochen, hat ja die Form. Ebenfalls habe ich mehrere Schüler die glauben, das man Fischstäbchen so fischen kann. Gleiche Masse für die Ekelnuggets vom Mc Doof.
Ich habe da also eine komische Konzeption des Fleischfresserseins: für mich müssen die Tiere frei sein, (Viehzucht ist sowieso umweltschädlich) damit, wenn sie gejagt oder gefischt werden, nicht immer auf den Teller landen müssen. Und jeder fleischessende Mensch sollte sehen, wissen, wie das was auf seinen Teller kommt, hergestellt wird.Mit Humor erklärt dieses Video es ein bisschen anders haha.
Heute bei uns gibt es kaum Fleisch auf dem Teller, nicht weil es uns nicht schmeckt. Nein, eher aus den ganz oben genannten Gründen: mein persönliches Gusto ist unserem schon schön geschadeten Planet nicht wert. Ich verzichte liebend gerne auf Fleisch wenn dadurch die Massenviehhaltung zurückgehen kann und Tiere nicht mehr qualvoll gehalten und geschlachtet werden, mehr Biobauern Getreide anbauen und somit viel mehr Menschen ernähren können (man benötigt 7000 Liter Wasser um 300 Gramm Fleisch zu produzieren, für 6000 Gramm Getreide!), damit unser Abwasser nicht mehr von den Nitraten der Schweinezuchten verdreckt wird und arme Fische in kleinen Becken von Tiermehlen ernährt werden. Tja, und was das vegan sein angeht, das ist auch noch ein anderes Thema, aber davon berichte ich ein anderes Mal!

So ein wichtiges und großes Thema... Darüber will ich unbedingt auch noch schreiben.
RépondreSupprimerIch esse Fleisch, wünschte aber es wäre verboten...
Ich mag nur was nicht mehr an ein lebendes Wesen erinnert und fasse nichtmal gerne rohes Fleisch an.
Ein Tier selber töten oder dabei sein könnte ich nie...