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mardi 26 mars 2013

:: Vorsorgen und erwachsen werden ::

Ich bin jetzt fast 30 Jahre alt und fühle mich nicht erwachsen. Auch nicht jugendlich. Etwas dazwischen was wir in Frankreich "adulescent" nennen, eine Mischung aus "adulte" - erwachsen und "adolescent" - teenager. Wenn ich andere Menschen auf der Strasse beobachte oder kennenlerne, frage ich mich immer wie alt sie sein mögen und wundere mich oft wenn sehr erwachsen-wirkende Menschen jünger sind als ich. Denn ich fühle mich nicht erwachsen.

Aber ich bin Mutter. Alleinerziehende noch dazu. Das heißt, an dem Tag an dem ich sterbe, sind meine Kinder fast alleine, denn beide haben abwesende Väter. Wenn ich also frühzeitig verschwinde sollte, wer kümmert sich dann um meine Söhne und wie wird es finanziel für sie aussehen?

Um diese Fragen habe ich mich also heute gekümmert, habe Vorsorgepläne aufgebaut, eine Moral-Person für meine Kinder gefunden, und einen Wirtschafter der sich um ihr Geld (und um meine Beerdigung, falls die Kinder noch zu klein sind) bis zu ihrer Volljährigkeit kümmern wird. Eine Person finden, der ich hundertprozentig vertraue und ihr meine Kinder anvertrauen würde. Herausfinden, das diese Person der Bruder ist, feststellen das auch wenn wir uns nicht sehr gut verstehen, es doch die einzige Person die alles für seine Neffen tun würde und ehrlich und gerecht das Geld verwalten würde. Beschliessen, ihm mit geschlossenen Augen zu vertrauen. Mir war ganz komisch dabei, und wenn ich ehrlich bin, hatte ich sogar Tränen in den Augen, denn das Thema ist ja nicht gerade lustig und ich habe keine wirkliche Lust, frühzeitig zu verschwinden hihi. Aber zum ersten Mal habe ich das Gefühl gehabt, wirklich was "erwachsenes zu machen. Vorsorgen. Meinen Kinder eine Zukunft schenken auch wenn ich nicht mehr an ihrer Seite sein sollten. Ihnen was hinterlassen, das ihnen erlaubt trotz Schmerz wenigstens finanziell zu "über"leben. All diese Fragen schwirrten mir seit dem Tod meines Opas in Gedanken herum. Jetzt ist es getan, ich kann etwas ruhiger schlafen, ... und bin vielleicht ein Stückchen erwachsener geworden.

Und ihr, habt ihr auch schon daran gedacht? Was habt ihr für eure Kinder vorbereitet? Fühlt ihr euch erwachsen? 


jeudi 3 janvier 2013

:: Bruder-Schwestertag ::

Der Tag hatte für ihn ein bißchen schwierig angefangen. So wurde ich früh um sieben per Telefon aus dem Bett geworfen um mit den Haustrollen zur Königin-Mutter zu wandern, Konflikt schlichten, Nerven beruhigen, die richtigen Worte finden und frische Croissants zu bringen. 

In der Welt meines Bruders sieht alles ein bißchen anders aus als in der unseren. Das Leben ähnelt einer Vorabendserie, die Darsteller des Lebens seines Filmes sind bester Intentionen, naif, warmherzig, verträumt, offen, tolerant. Die Anderen, also alle, die nicht wissen, dass sie in seinem Film mitspielen, sind (Gott sei Dank nicht alle!) eher das Gegenteil: immer in Eile, schroff, ernst, gestresst, unsympathisch. Ab und zu lichtet sich der Schirm vor den Augen meines Bruders und dann bricht für ihn eine Welt zusammen, es gibt nicht vieles was ihn trösten kann, manchmal sind es nur offene Arme die Tränen empfangen können. Heute war also so ein Tag.

Grossen Leiden, grosse Mittel, ein Bruder-Schwestertag musste her. Wir haben die Haustrolle anderswo untergebracht und sind Richtung Stadt gezogen, denn das Purzeltier musste geschoren werden. Und ich glaube, es ist eine Ewigkeit her gewesen, das wir solch einen Bruder-Schwestertag hatten. 

Ich wusste, das es da ist. Die Zeitung hat davon berichtet. Und von dem Küchenfenster der Wohnung auf dem Dach kann ich es ja sehen, besonders am Abend, wenn es beleuchtet ist. 


Seine Augen haben nur geleuchtet und eine stumme Frage gebildet. Ja, komm wir fahren Riesenrad! Einmal die Stadt von oben sehen. Schauen, ob man von da oben auch die Wohnung auf dem Dach sieht. Ein bißchen Abstand von all diesen Menschen nehmen, die ihm manchmal das Leben so schwer machen. Dem Himmel ein Stückchen näher kommen, Kräfte sammeln, und dann den Nachmittag zusammen geniessen!





vendredi 20 janvier 2012

Wo ich schon beim Aufstehen sauer bin...

In der Naturheilkunde heisst es, man sollte morgens schon vor dem Aufstehen die Sonne in seine Gedanken und sein Herz lassen. In Ruhe durchatmen und langsam aufstehen. Sich die Hände und das Gesicht waschen. Sich körperlich und spirituell reinigen und den Körper langsam in Gang setzen. Danach noch die Surya Namskar -oder auch Sonnenbegrüssung - Yogaübung durchführen, ein schönes Frühstück langsam genießen können und man ist bereit für den Tag.

Seltsamerweise sah es bei mir heute (und eigentlich auch recht häuflig) anders aus:
7 Uhr 35, der kleine Kater weckt mich indem er mich 10 cm fern von meinem Gesicht anstarrt. Als ich die Augen öffne, schreit er mir sofort in die Ohren: "Mama, ich hab' in die Hose gepinkelt. Aber nicht ins Bett. Ich war nicht schnell genug auf dem Klo und hab's nicht mehr geschafft!" 
Oh Gottchen. Augen wieder zu machen, aber jetzt schreit das Schildkrötenbaby, denn es hat Hunger und weder kommt die Mamamilch noch nicht allein in sein Bett, weder kann das Schildkrötenbaby allein aus dem Bett zur Selbstbedienung (was beim Co-Sleeping ja sonst der Fall wäre). 
Raus aus dem warmen Bett und hui, da hat jemand wieder mit der Heizung gespielt, es ist eisig kalt. Baby aus dem Bett nehmen, den angenehme, Geruch aus der Windel wahrnehmen und erst einmal ignorieren, über den kleinen Kater steigen, der halb-nackt auf dem Boden Autos spielt, auf dem Sofa niederlassen und das Baby an die Brust legen. Wahrnehmen das da ein halbnackter Zwerg auf dem (kalten) Boden spielt obwohl et in 40 Minuten ab zur Schule muss, und überhaupt wir alle sehr spät dran sind. Anfangen zu meckern, Baby fertig stillen, Frühstück wie im Blitz vorbereiten, alles schnell runterschlucken, dem Kater drohen, das er seine Reismilch besser austrinken soll, das Baby irgendwie beschäftigen, während ich frische Klamotten vom Wäscheständer hole.  Anziehen und überzeugen, das nein, 2]C sind nicht warm genug, um das Lieblings-t-shirt anzuziehen, und ja, es ist besser eine Unterhose unter der Hose zu tragen. Windel im Flug wechseln (Schlafanzug bleibt also erst einmal an!). Wieder meckern, weil der Kater eine Trödelliese ist. Im Radio die Uhrzeit hören, das Baby auf den Rücken schnüren, Schuhe suchen, auf dem Treppenabsatz dem Kater die Jacke zumachen und zur Schule eilen. Auf dem Weg merken, wie wütend ich auf diese Hektikmorgen bin und die Siams beneiden, die uns vom Fenstersims nachschauen. Sich ruhigere Morgen wünschen... *seufz*

Vom Hügel aus sehen wir wie die Großstadt aus dem Nebel auftaucht und von einem supertollen Sonnenaufgang geweckt wird. Katerchen findet auf dem Weg eine wunderschöne Blume die er mir schenkt, damit ich nicht so sauer bin. Es wird ein schöner Tag.



Und morgen ist Wochenende!

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