Affichage des articles dont le libellé est nachdenken. Afficher tous les articles
Affichage des articles dont le libellé est nachdenken. Afficher tous les articles

samedi 6 avril 2013

:: Vom inneren Schweinehund, dieses Miststück... ::

Eigentlich, eigentlich... müssten wir ja alle das perfekte Leben führen mit all den Kenntnissen die wir bezüglich Gesundheit, Ernährung, Sport, Umweltschutz, Schwangerschaft, Kindererziehen, Haushalt heutzutage haben. Wir wissen, wie wir uns gesund ernähren müssen, wie wir gezielt und ergebnisreich Sport treiben müssen, wie man Müll trennen muss und ethisch essen/kaufen/generell konsumieren können, um unseren Planeten zu schonen, welche Beziehungen man pflegen müsste, wie man am Besten seine Zeit vertreibt und was schädlich ist. Wir haben da alle unsere Ideale und streben diese effizient umzusetzen.

Aber, aber... in diese Rechnung hat sich unser aller inneres Haustier eingeladen, dieser blöde innere Schweinehund. Und der hat immer eine gute Ausrede parat. Denn zwischen unserem Idealleben und der Wirklichkeit sind Welten auseinander: die Welten der Ausreden! Diese Ausreden die uns davon abhalten, zu handeln und unsere Ideale in Tat umzusetzen. 

Wie würde denn unser Leben aussehen, wenn wir alles wonach wir streben wirklich in die Tat umsetzen würden? Hätten wir den gleichen Job? Hätten wir die gleiche Körperfigur und Gesundheitskondition? Den selben Lebenspartner? Die gleiche tägliche Routine? Höchstwahrscheinlich nicht! 

Aber es ist so leicht, sich das eigene Leben von unseren eigenen, faulen Ausreden, egal in welchem Bereich, diktieren zu lassen. Ich bin davon auch sehr stark betroffen. 

"Du hast heute schon soviel geleistet, du kannst dir ruhig eine Pause gönnen. Du verdienst es!" Oder "Ein Stückchen Schokolade/Pizza/Käsekuchen kann doch deiner Fastenkur nicht schaden". Und hop, schon bist du vom Zug gefallen. 

Dies sind so ein paar Ausreden aus meiner "Zwischen"Welt. Kaum fange ich etwas neues an, da kommt schon wieder mein Schweinehund und versucht grunzend mich durch Ausreden von meinem Vorhaben abzukapseln. Ich habe letztlich beschlossen jeden Tag um 7 Uhr aufzustehen, um in Ruhe Sachen zu erledigen und die Morgenstunden zu genießen, und dies egal ob Schul- oder Freitag. Und schon steht der Schweinehund an meinem Bett morgens und grunzt los: "Ach komm, es macht doch nix, wenn du mal ein bisschen später aufstehst. Gönn' es dir doch! Du stehst den Rest der Woche schon früh genug auf!". Oder er steht neben dem Kühlschrank und lacht mich mit einem Stück Schokolade in der Hand an: "Mensch Kind, du warst die ganze Woche tapfer, iss dieses Stückchen als Verwöhnung und Belohnung. Es wird dich nicht umbringen." Ja, so fies ist der blöde Schweinehund. Und meistens lockt er mich durch Verwöhnung und Belohnung, denn es sollte mir Wert sein.

Copyright: Thomas Kobbe KobbeComics.de

Aber, aber... wenn ich meinem inneren Schweinehund blind gehorche, treffe ich Entscheidungen die nichts mehr mit meiner mir-treuen inneren Führung zu tun haben. Sicherlich, ich bin dann aufgeregt wie ein Kleinkind das ein (elterliches) Verbot gebrochen hat und der Jux macht mir anfangs auch Spaß. Aber im Nachhinein habe ich dann doch einen bitteren Nachgeschmack wenn ich wieder den Entschuldigungen schwach geworden bin.

Anderes Beispiel: wenn ich morgens nicht meinen Frucht-Miam esse und statt MorgenYoga gleich an den PC gehe, weiß ich das mein Tag irgendwie hin ist, ich fühle mich aus der Bahn geworfen da ich meinen Rhythmus, von dem ich weiß das er mir wirklich gut tut, nicht respektiert habe (und somit mich auch nicht respektiert habe), und da tut's weh: Ich fühle mich nicht harmonisch zwischen den Bedürfnissen meines Wesens und was ich mache, um mein Ego zu befriedigen. Das heißt ich muss immer wieder zu meiner inneren Selbstführung zurückgreifen um zu wissen, ob eine Belohnung jetzt wirklich angebracht ist, sonst falle ich in die Falle der unangebrachten Belohnung.  Und diese Belohnung macht es aus das meine Vorsätze nie befriedigt werden und ich eigentlich inaktiv bleibe.

Je mehr Integrität ich in meine Absichten stecke, desto mehr lebe ich nahrhafte, erfolgreiche Tage. Die kurze Freude einem momentanen Wunsch zu erfüllen weicht der tiefen Freude festzustelle, das ich  mich auf dem Pfad meines wahren SEINS befinde. Je mehr ich aber von meinem Pfad abweiche, desto mehr grabe ich einen Schlund zwischen meinem Handeln und meinem wahren ICH.

Jeden Morgen muss ich eine neue Wahl treffen. An manchen Tagen geht das von alleine: da bin ich um halb acht schon geduscht auf der Yoga-Matte ohne irgendwelche mentale Bremsen. An anderen Tagen, scheint es, als würde der blöde Schweinehund schon vorm aufstehen mir alle möglichen Ausreden herunterlaiern, denen ich entweder oder gehorchen möchte, oder nicht. Es geht genauso mit den Lebensmitteln: ich liebe ja Pizza, aber auf meinem Wochenplan steht Gemüse, sinnlich werde ich ebenfalls täglich von Schokolade, Käse oder Kuchen auf die Probe gestellt. Und täglich muss ich erneut eine Wahl treffen, die mir erlaubt, auf dem Pfad meiner Selbstverwirklichung zu bleiben.

Heißt es jetzt das Belohnungen schlecht sind? Nein, im Gegenteil. Ab und zu tut es gut, diese Belohnungen vorzuplanen, oder das es Zeit ist, sich zu verwöhnen um seinem inneren ICH Gutes zu tun: mal einen Morgen faul mit den Kids im Bett zu bleiben oder ein Stück gute Schokolade zu genießen und dabei kein schlechtes Gewissen haben, sondern eher das Gefühl eine wirklich wohlverdiente Pause genossen zu haben, die mir erlaubt, morgen weiter auf meinem Pfad voranzukommen. Das kann auch ein Restaurantbesuch sein, oder ein Filmabend mit Popkorn. Man sollte sich wirklich diese Tür offenhalten, denn diese Möglichkeit, eine Pause in meiner Routine einzubauen bestärkt meinen Willen tapfer auf meinem Pfad zu bleiben, wenn ich täglich an genüsslichen Pausenfaktoren konfrontiert werde. Mich nicht in einem geschlossenen Rahmen einzuschließen hilft mir Herausforderungen zu bewältigen, die in einem anderen perfekten Dogmatismus für mich unüberwindbar wären.

Aber warum erzähle ich euch das alles? Weil wir alle unsere eigene Entschuldigungswelt haben. Es ist eine Illusion zu glauben, das all diese Entschuldigung wie aus Zauberei verschwinden könnten. Das ich eines Tages auf einmal aufwache und "finger in the nose" voller Willenskraft meinem inneren Pfad nachgehe, augenblicklich und ohne persönliche Herausforderung oder Anstrengungen. Ist dies denn nicht unsere beste Ausrede um nicht heute gleich damit anzufangen, unseren Weg zu gehen?

Ich meine, Versuchung wird immer da sein. Aber ich lade euch mal ein, auf eure Entschuldigungen zu achten. Von diesem Punkt aus, könnt ihr dann nicht mehr meckern wenn es euch an Willenskraft fehlt, oder weil ihr dieses oder jenes nicht geschafft habt. Ihr werdet einfach nur feststellen, das ihr eurer eigenen inneren Führung nicht gehorcht habt, und dies wird eure Wachsamkeit für die nächsten Male schmieden. Und statt die Arme zu senken und aufzugeben, könnt ihr eure eigene Disziplin aufbauen, wo keiner euch ausschimpfen oder loben wird für das was ihr (oder nicht) getan habt.

Wir sind alle rebellische Teen-agers, die Schritt für Schritt lernen, ihrer eigenen Disziplin und Weisheit zu gehorchen und den inneren Schweinehund in den Zwinger zu sperren. Und da kann uns kein Meister oder Lehrer an unserer Stelle helfen. Und es kann zu einem lustigen Spiel werden, anstatt uns unter einem Berg von Schuldgefühlen zu vergraben. Ich bin mein eigener Herr, ihr seid eure eigenen Herren! Seid stolz auf euch! Alles Liebe an euch!


lundi 14 janvier 2013

:: Wieso den bloß? ::

Gestern ging es also im Wilden Westen richtig wild zu. Medienmassig. Und Menschenmassig. Eine riesiege Schlacht fand statt. Mit Bänderölen, Flaggen, Kriegsrufen, knienden, betenden Leuten auf der Straße (und da stört es auf einmal keinen mehr, aber das ist ein anderes Thema, grunz!), schreienden Menschen, grelle Farben, frierende Kinder die ihren Eltern folgen und als, für diese, als Rechtfertigung dienen, Aggressivität...

Ein Bürgerkrieg? Nein, ein Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtlichen Paaren ein Ehe- und  Adoptionsrecht einräumt. Wie in jeder guten Demokratie, wurde dieser Gesetzentwurf gewählt und über 60% der Franzosen stimmten diesem zu. Frankreich würde dann als zehntes europäische Land (mit den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Island, Norwegen, Dänemark, Schweden, Spanien und Portugal) allen Staatsbürgern die gleichen Rechte geben. Und da drehen die Franzosen auf einmal durch, spielen Cowboy und Indianer, und gehen sauer auf die Straße. Hallo???? französisches Volk, ihr habt doch vor 224 Jahren um eure Rechte und eine Demokratie bitter gekämpft, seid das Volk der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, dessen erster Artikel folgender ist:
„Les hommes naissent et demeurent libres et égaux en droits. Les distinctions sociales ne peuvent être fondées que sur l’utilité commune.“ 
"Die Menschen  werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Gesellschaftliche Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein."
Nein, die Welt steht Kopf. Und anstatt gemütlich einen Familien-Sonntag zu genießen steigen da laut Polizei 340 000 Menschen, laut Organisatoren 800 000 Menschen auf die Straße und grölen Schlachtrufe „Wir stammen alle von einer Frau und einem Mann ab“... oder "Jedem Kind sein Vater und seine Mutter", so ganz nach dem Motto "„Alle Hüter des Bürgerlichen Gesetzbuchs“.  Oder die Bibel wird zitiert. Und da sehe ich schwarz, sehr schwarz! Aber das ist auch ein anderes Thema...

© Reuters - Papa + Mama, es gibt nix besseres für ein Kind
Leute, was regt ihr euch den so auf? Jedem Kind seine Eltern, egal ob hetero- oder homosexuel. Und was geht es euch denn eigentlich an, was sich im Nachbarhaus so abtreibt. Was geht es euch eigentlich an, wenn Hans und Paul das Recht zu heiraten haben (und sich scheiden zu lassen). Was geht es euch an, wenn Rita und Nina jetzt offiziell beide als Erziehungsberechtigte des gemeinsames Kindes (sei es adoptiert oder nur biologisch von einer Mutter). Was könntet ihr mir denn vorwerfen. Ich bin alleinerziehende Mutter und meine Kids haben zwei abwesende Väter, also überhaupt keine väterliche, männliche Figur in ihrem Leben. Werden meine Söhne dadurch schwul nur weil sie von einer Frau erzogen wurden? Und warum sagt ihr selben Leute die gestern (in der Kälte, ihr seid ja wirklich verrückt!) in der Straße waren, von mir das ich eine mutige Mutter bin, weil ich alleinerziehend bin? Ich sags euch, ich wünsche mir wirklich ab und zu ein bisschen Unterstützung und Relais, und das egal ob von Männlein oder Weiblein. 

Ich will die selben Rechte wie die Homophoben, nicht ihre Meinung

So, und dann, liebe Leute, ihr wart gestern auf der Straße. Und im Nachhinein war das alles nur Shakespeare "Viel Lärm um nichts" denn  im nachhinein wird dieser Gesetzentwurf zu Ende geführt. Ich verstehe wirklich nicht, wieso dieser Fortschritt in Fragen Gleichberechtigung nicht anerkannt oder zu mindestens respektiert wird, denn es gibt ja in Europa mehrere Länder wo ein solches Gesetz schon vor mehreren Jahren adoptiert wurde und als Beispiel dienen könnte. 

Und deswegen bin ich heute einfach nur sauer und traurig. Ich denke an meine Freundinnen A. und C. die seit Jahren um die Anerkennung ihrer Liebe kämpfen, die tausend Wege finden mussten, um legal ein Kind zu bekommen. An meinen Onkel. An meinen Nachbarn T., der seine Sexualität verstecken muss, weil er Leiter eines Kindergarten ist und sonst als pervers bezeichnet wird, wenn nicht gerade Pädophil. Ich denke aber auch an alle anderen, die nur ein bisschen Anerkennung und Gleichberechtigkeit wollen und nicht nur dumm angelabert werden, über das was in ihrem Schlafzimmer (und Wohnzimmer) passiert.  Wieso werden sie dann von den lustigen Karikaturen einer quirligen Sexualität zu Andersartigen passiert, die weder Gefühle noch Rechte haben dürfen?


Aber ich bin auch über all diesen Energieverlust traurig. Hunderttausende von Menschen in den Straßen von Paris, davon Jugendliche und junge Erwachsene in meinem Alter, die keck bei der Gay Pride mittanzen, aber trotzdem "Nein" zur Homo-Ehe" sagen.  Energie die man wunderschön anders benutzen könnte: spazieren gehen, diskutieren, Leute kennenlernen, usw... Aber ich selber mache da ja mit, da ich daüber schreibe. Und im Nachhinein, wird es in mehreren Monaten vergessen sein und der Franzose hat wieder mal gezeigt, warum der Hahn sein Wappentier ist, denn es ist das einzige Tier was die ganze Zeit mit den Füssen in der Scheiße schreit.

Printfriendly

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...