In der Naturheilkunde heisst es, man sollte morgens schon vor dem Aufstehen die Sonne in seine Gedanken und sein Herz lassen. In Ruhe durchatmen und langsam aufstehen. Sich die Hände und das Gesicht waschen. Sich körperlich und spirituell reinigen und den Körper langsam in Gang setzen. Danach noch die Surya Namskar -oder auch Sonnenbegrüssung - Yogaübung durchführen, ein schönes Frühstück langsam genießen können und man ist bereit für den Tag.
Seltsamerweise sah es bei mir heute (und eigentlich auch recht häuflig) anders aus:
7 Uhr 35, der kleine Kater weckt mich indem er mich 10 cm fern von meinem Gesicht anstarrt. Als ich die Augen öffne, schreit er mir sofort in die Ohren: "Mama, ich hab' in die Hose gepinkelt. Aber nicht ins Bett. Ich war nicht schnell genug auf dem Klo und hab's nicht mehr geschafft!"
Oh Gottchen. Augen wieder zu machen, aber jetzt schreit das Schildkrötenbaby, denn es hat Hunger und weder kommt die Mamamilch noch nicht allein in sein Bett, weder kann das Schildkrötenbaby allein aus dem Bett zur Selbstbedienung (was beim Co-Sleeping ja sonst der Fall wäre).
Raus aus dem warmen Bett und hui, da hat jemand wieder mit der Heizung gespielt, es ist eisig kalt. Baby aus dem Bett nehmen, den angenehme, Geruch aus der Windel wahrnehmen und erst einmal ignorieren, über den kleinen Kater steigen, der halb-nackt auf dem Boden Autos spielt, auf dem Sofa niederlassen und das Baby an die Brust legen. Wahrnehmen das da ein halbnackter Zwerg auf dem (kalten) Boden spielt obwohl et in 40 Minuten ab zur Schule muss, und überhaupt wir alle sehr spät dran sind. Anfangen zu meckern, Baby fertig stillen, Frühstück wie im Blitz vorbereiten, alles schnell runterschlucken, dem Kater drohen, das er seine Reismilch besser austrinken soll, das Baby irgendwie beschäftigen, während ich frische Klamotten vom Wäscheständer hole. Anziehen und überzeugen, das nein, 2]C sind nicht warm genug, um das Lieblings-t-shirt anzuziehen, und ja, es ist besser eine Unterhose unter der Hose zu tragen. Windel im Flug wechseln (Schlafanzug bleibt also erst einmal an!). Wieder meckern, weil der Kater eine Trödelliese ist. Im Radio die Uhrzeit hören, das Baby auf den Rücken schnüren, Schuhe suchen, auf dem Treppenabsatz dem Kater die Jacke zumachen und zur Schule eilen. Auf dem Weg merken, wie wütend ich auf diese Hektikmorgen bin und die Siams beneiden, die uns vom Fenstersims nachschauen. Sich ruhigere Morgen wünschen... *seufz*
Vom Hügel aus sehen wir wie die Großstadt aus dem Nebel auftaucht und von einem supertollen Sonnenaufgang geweckt wird. Katerchen findet auf dem Weg eine wunderschöne Blume die er mir schenkt, damit ich nicht so sauer bin. Es wird ein schöner Tag.
Und morgen ist Wochenende!